Thomas Rink, Kantor und Organist

Kirchenmusik, Familien- und Ortsgeschichte

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Zimbelstern

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Ein selbstgebauter Zimbelstern

Schon seit einigen Jahren hat ein selber gebauter Zimbelstern mit vier Glocken seinen Dienst in der Orgel der reformierten Kirche Regensdorf versehen. Ein Stellenwechsel war die Gelegenheit das Modell zu verbessern. Neu hat der Zimbelstern 7 Glocken mit ca. 5.7 cm Durchmesser. Die Glocken sind nicht gestimmt. Alle liegen in einer ähnlichen Tonhöhe und doch ist jede verschieden. Durch die 7 gleichen Glocken sind die Einzeltöne nicht mehr zu unterscheiden und eine konkrete Tonhöhe ist nicht auszumachen. So kann der Zimbelstern als Farbe zu sämtlichen Tonarten gebraucht werden.

Ein genauer Bauplan anzugeben macht wenig Sinn, da dieser von der Glockengrösse abhängt. Mein Stern hat einen Rahmen von ca. 50 cm x 25 cm x 10 cm (LxHxT). Mit dem aufgesetzten Motor, dem Rad, der Schwungmnasse und dem Stern wird natürlich alles etwas grösser.

Hier gibt es ein Tonbeispiel mit 4 Glocken (letzte Strophe abwarten ;-) mp3


Sieben Glocken aus dem Landwirtschaftshandel mit einem Stück Ledergurt an einem kleinen "Querbalken" befestigt, sind das Klangmaterial


Die Klöpel wurden entfernt und als Hammerköpfe verwendet. Auf einer Achse aus einem 8mm Gewindestab wurden 7 aus Astlochdübeln zugeschnitte Exzenter angebracht. Die Exzenter heben die Hämmer und lassen diese wiederum auf die Glocke fallen. Bei richtiger Einstellung fallen die Hämmer anschliessend wieder in die Ruheposition zurück und Glocken können frei schwingen. Die Achse läuft in zwei kleinen, ins Holz eingelassenen, Kugellagern.





Ein Elektromotor treibt mit einem Plattenspielerriemen über ein Holzrad die Achse an. Die Grösse des Rades ergibt zugleich das Tempo. Der Elektromotor stammt aus einem alten Luftbefeuchter und läuft unhörbar leise. Diese elektrische Installation entspricht nicht ganz den Vorschriften!

Natürlich würde anstelle eines Motors auch ein Windrad den entsprechenden Dienst leisten. Da aber Zimbelstern und Orgel in absehbarer Zeit nicht den gleichen Besitzer haben, ist der Motor die unabhängigere Lösung.


Hier ein Bildausschnitt. Die Aufhängung der Hämmer geschieht mit einem Lederscharnier. Das Ganze wird mit einer Schraube mit Flügelmutter festgehalten. Diese Mutter kann zum Regulieren leicht gelöst werden. Das unterlegte Hölzchen hat ein Langloch, so kann es verschoben werden. Dadurch kann die Position des Hammers justiert werden.

Der Exzenter wird mit zwei Muttern und einer Spannscheibe fixiert. So kann auch dieser genau positioniert werden. Damit nicht unnötige Geräusche entstehen sind die Stellen, an denen Holz auf Holz trifft mit Filz belegt.


Eine Schwungmasse aus Stahl sorgt für einen relativ ruhigen Lauf und lässt den Stern eine Weile auslaufen.


Hier die Gesamtansicht. Der Stern wurde aus Sperrholz gesägt und ganz prosaisch mit Spraydosenlack goldfarben gespritz. Um Schallübertragungen zu minimieren hat der ganze Apparat inzwischen einen "Sandwich-Boden" erhalten aus einer zweiten Buchenplatte und dazwischen einer Schicht weicher Holzfaserplatte. Die sieben Klöppel machen einen erstaunlichen Lärm, der sich ohne akustische Entkoppelung auf die übrigen Holzteile einer Orgel übertragen würde und da ein währschaftes Gerumpel veranstalten könnte.



Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 23:31 Uhr