Thomas Rink, Kantor und Organist

Kirchenmusik, Familien- und Ortsgeschichte

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Rink / Rinck

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Rink, Ring, Ringk, Rinck

Dieser Zweig der Familie Rink stammt aus Deutschland genauer aus dem Hessischen Hinterland. Der Ausgangspunkt liegt im Altkreis Biedenkopf in der Region Bad Endbach. Vor der Kreiseinteilung wurde Wommelshausen und die ganze heutige Gemeinde Bad Endbach vom Amt Blankenstein (Gladenbach) verwaltet. Wommelshausen und Hartenrod gehören zur Gemeinde Bad Endbach, die nach der hessischen Gebietsreform in den Grenzen des ehemaligen Kirchspieles Hartenrod gebildet wurde. Bad Endbach umfasst die ehemaligen Gemeinden: Wommelshausen, Endbach, Günterod, Hartenrod, Schlierbach, Bottenhorn, Hülshof, und Dernbach.

 

Hier einige Stammbäume:

Die Vorfahren von Heinrich Rinck, * 20.4.1855, gewesener Müller auf der Odenhäusener Mühle (pdf)

Die Nachkommen von Johann He(i)nrich Rinck, *27.1.1772 und der Anna Elisabetha Zimmermann, *27.4.1787 (pdf)

 

 

 

 

Der Name  Rink, Ring, Ringk, Rinck

Noch im 15. Jahrhundert wurde der Begriff Rinck sowohl für eine "FÜRSPANGE, f. eine spange zum zusammenhalten des kleides" [1] gebraucht oder für einen Ring. Noch Luther schreibt: "und kumpt das ende mit dem ursprung widder zusammen, wie eyn guldener rinck".[2] Rink lässt sich also auf die Begriffe Ring, Rinck, Rincke zurückführen. Gemeint ist damit wohl in erster Linie eine Berufsbezeichnug.

 Rink wäre demnach der Rinker oder Rinkenmacher, der Hersteller von metallenen Spangen, Rinken genannt oder der Hersteller von Ringen.  (Rinchenmecher, 1432 Nürnberg. Rinkengiesser 1399 Prag, Rinkenfyler 1418 Görlitz, Ringker 1372 Tübingen, Rinckler 1565 Halle/S, Rincklin 1454 Ulm. Allerdings lassen sich verschiedene Schreibweisen kaum voneinander trennen. Ring (Rink) meint auch den Drechsler von (Finger-) Ringen oder Paternosterkügelchen (Ringmacher, Ringdreher, Ringschmied, Ringler). Ringe bedeutet im Mittelhochdeutschen gering, klein aber auch leicht, behende.  Stefan Ring (auch Rinck) 1575 Jena, Heinrich Ring 1364 Murnau/Bayern, Ringeli 1285 Zürich. Die Form Rinca könnte lateinischen Ursprungs sein.[3] Auch Ring (tom Ring, to Ring, van Ring oder to Rynge) Malerfamilie aus Westfalen, Ludger Ring *1496 +3.4.1547 in Münster.[4] Im deutschsprachigen Raum ist der Name häufig anzutreffen, durch Auswanderung ebenso in Amerika. Der Name Rin(c)k ist auch in Frankreich, Belgien und Polen verbreitet. Es gib Hinweise darauf, dass der Name auch in England vorkommt.

 

Die Herkunft der verschiedenen Zweige ist ganz unterschiedlich, gemeinsam scheint ihnen nur der Name. Hier Hinweise auf einige Zweige:

1. Die Freiherren Rinck von Wildenberg und die Freiherren Rinck von Baldenstein gehen auf gemeinsame Stammeltern zurück und kommen ursprünglich aus dem Kanton Graubünden/Schweiz. Weitere Angaben zu dieser Familie finden sich im Historischen Lexikon der Schweiz.
2. Rinck als ein weit verzweigtes evangelisches Pfarrergeschlecht aus Karlsruhe, Caspar Christoph Friedrich Rinck *1700.

3.
Rinck als ein Schulmeister Geschlecht aus Frankenhain bei Gotha, Johann Rinck *1649. Der bedeutendste Vertreter dieser Linie ist Johann Heinrich Christian Rinck 1770-1846 zuletzt war er Hoforganist in Darmstadt und bekannter Verfasser von Chor- und Orgelwerken.
4. Rinck, eine Bürgersfamilie aus Köln, die heute noch in der Gegend Eupen (B) blüht.
5. Rin(g)k ein Bauern- und Müllergeschlecht aus Hartenrod / Wommelshausen wo es seit ca. 1500 festgestellt werden kann (1570 Rings Hans und Ring Jacob in Bad Endbach). 168o ziehen ein Thiel und Hans Rinck und 1681 ein zweiter Thiel Rinck aus Endbach nach Wommelshausen. Über einen Ausschnitt diese Zweiges handelt diese Abhandlung.
Weiter gibt es Rink aktenkundig ab dem 17. Jahrhundert in der Pfalz  und im Saarland.
 

In den Hessischen Staatsarchiven von Darmstadt und Marburg wird der Name ab dem 15. Jahrhundert aktenkundig und betrifft hier meist adelige Personen[5]:

Datum

Urkunde

14.05.1426

Staatsarchiv Darmstadt C 4 Nr. 23/4
Henne Rinck aus Babenhausen wird gepfändet

24.08.1433

Staatsarchiv Darmstadt B 11 Nachweis

Nikolaus Rinck von Eimsheim, Abt zu Limburg (an der Hardt)

27.03.1451

Staatsarchiv Darmstadt C 2 Nr. 425/2

genannt: Konrad Rinck von Glotter

30.04.1452

Staatsarchiv Darmstadt B 2 Nr. 774

genannt: Johann v. [Wald-] Böckelheim (Beckelnheym) gen. Rinck

31.10.1480

Historisches Archiv der Stadt Köln Briefbuch 32, Bl. 284v.
Bürgermeister [von Köln] Hermann Rinck* an Graf Otto von Waldeck

18.06.1481

Historisches Archiv der Stadt Köln Briefbuch 33, Bl. 59

Bürgermeister [von Köln] Hermann Rinck zweimal erwähnt

02.04.1485

Staatsarchiv Darmstadt B 90 Nachweis (vernichtet)

Philipp Rinck von Ymißheim

20.01.1488

Philipp Rinck als Schöffe zu Ober-Olm genannt

26.11.1490

Staatsarchiv Darmstadt B9 Regest: Solmes Urkunden 2 Nr. 2124

Heinz Reise verklagt einen Christian Rinck [aus Giessen?]

10.02.1502

Staatsarchiv Darmstadt B9 Nr. 819

Kaspar Rinck von Kassel, Kaplan der Herzogin

20.01.1508

Staatsarchiv Marburg, Rechnungen I, 116/19
Kaspar Rincke zu Kassel, Kanonikus quittiert und siegelt

01.01.1530

Staatsarchiv Marburg 40 19b Nr 1680

die Güter des Georg Rinck in Allendorf (heute Stadtallendorf) werden verkauft.

01.01.1532

Staatsarchiv Marburg 40e Nr. 203

Dem Rat Reichart Rinck, soll auf Anweisung des Landgrafen Philipp im Kloster Treysa eine Wohnung eingerichtet werden.

01.01.1547

Staatsarchiv Marburg 17d
Untersuchung gegen der Rat Reichart Rinck [von Tassenbach]

01.01.1577

Staatsarchiv Marburg 17d

Reichart Rinck [von Tassenbach] wird als Erbe nebst den Kinder des Heinrich Winter in Römershausen erwähnt

18.04.1610

Staatsarchiv Darmstadt B 2 Nr. 803/33

genannt ein Mainzer Bürger und Holzhändler Nikolaus Rinck

 Die Datumsangabe 01.01.xxxx besagt, dass nur das Jahr bekannt ist.
* Dazu Rinck, Peter * ca. 1429 in Köln +8.2.1501 in Köln, Humanist und Stifter, stammt aus einer Kölner Kaufmannsfamilie.
[6]

 
Weitere Hinweise auf Rink in Hessen:
Rinck (Rink, Ring), Melchior, hessischer Täuferführer, * etwa 1493, gestorben nach 1540
In Wickenrode (Nordhessen)  werden um 1500 Rinck / Rincke erwähnt.
In Alsfeld ist 1598 ein Bürger Johannes Rink erwähnt
[7]
In Alsfeld werden Personen mit dem Namen Rink in Eheverträgen von 1733 (Johann Henrich Rinck), 1742 (Elisa Margreta Rinck) und 1750 (Anna Maria Rink) erwähnt.
[8]
In Höchst an der Nidder wird 1548 ein Johann Ring sowie eine Greda Weygel geb. Hympach verw. Ring und 1566-1575 ein Hans Rinck erwähnt.
[9]In den Kriegsschadenverzeichnissen von 1640 werden erwähnt: In Langd (heute Stadtteil von Hungen) Hans Ringken Witib, in Niederweidbach Debus Ring, in Oberweidbach Jacob Ring, in Wilsbach Christ Ring, in Grünberg aus der Schusterzunft Peter Ringk, in Gladenbach Johannes Ringk, in Endbach Thiel Ringk, in Hartenrod Thiel Ring und in Bottenhorn Ludwig Ring[10]
 

Zur Schreibweise des Namens Rink in Hartenrod / Wommelshausen
Die Schreibweisen waren bis ins 19. Jahrhundert sehr unterschiedlich, auch innerhalb der gleichen Familie. Es muss davon ausgegangen werden, dass bis 1850 viele kaum oder gar nicht lesen und schreiben konnten. So wurden die jeweiligen Namen einfach nach Gehör vom Pfarrer in die Bücher eingetragen. Auffällig ist dass die Rinks aus der Umgebung von Bad Endbach häuffig in alten Schriften mit Ring oder Ringk, später dann meistens mit Rink und erst ab dem 19. Jahrhundert auch mit Rinck geschrieben werden.
Bei der Geburt seines Sohnes Adam am 9.3.1821 unterschreibt der Vater Johann Henrich Rink mit sicherer und deutlicher Schrift. Der Pate unterschreibt mit Jacob Ring
Adam Rinck (V. * 9.3.1821) unterschreibt bei seiner Entlassung aus der Armee am 5. Mai 1848 noch mit Rink. In allen späteren Dokumenten unterschreibt er (auch als Bürgermeister) mit Rinck. In den offiziellen Dokumenten wird im Widerspruch dazu Rink geschrieben.  Ebenso liegen Dokumente seiner Tochter Katharina und seines Sohnes Heinrich vor, die die Schreibweise Rinck bestätigen. Die Familie des Heinrichs schrieb sich weiterhin Rinck, was sich in Geburtsurkunden und weiteren amtlichen Dokumenten bestätigt. Ob es Nachlässigkeit oder der Drang nach richtiger Orthographie war, dass die Form Rinck zu Gunsten der Form Rink nach dem 2. Weltkrieg weitgehend verschwand, kann im Moment nicht gesagt werden. Die Kinder des Ernst Waldemar Rinck schreiben sich in der Schweiz ab ca. 1950 in der Form Rink,  da bei der Einbürgerung vieles mündlich ablief, ging dabei das c im Namen verloren und wurde in der Form Rink in die offiziellen Dokumente eingetragen.


[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. 16 Bde. [in 32 Teilbänden]. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960. -- Quellenverzeichnis 1971. Artikel FÜRSPANGE, Band 4, Spalten 828

[2] Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. 16 Bde. [in 32 Teilbänden]. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960. -- Quellenverzeichnis 1971. Artikel ZUSAMMENKOMMEN, Band 32, Spalten 751

[3] Namenserwähnungen zitiert nach Bahlow, Hans; Deutsches Namenlexikon; München 1967

[4] Neue Deutsche Biographie, Berlin 2002

[5] Zitiert nach HADIS, Hessisches Archiv-Dokumentations- und Informations-System, siehe: http://www.hadis.hessen.de/

[6] Neue Deutsche Biographie, Berlin 2002

[7] Mitteilungen der hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung Band 1/Heft 8 Darmstadt 1928

[8] Mitteilungen der hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung Band 3/Heft 4 / 12 Darmstadt 1932 / 1934

[9] Mitteilungen der hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung Band 6/Heft 1 Darmstadt 1940

[10] Mitteilungen der hessischen familiengeschichtlichen Vereinigung Band 6/Heft 2 Darmstadt 1940

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 21. Juni 2009 um 15:27 Uhr